Visualisieren im Fach Deutsch

Über die Sinnhaftigkeit von Visualisierungen braucht man nicht viel zu schreiben. Wo immer es geht, sollten Visualisierungen eingesetzt werden, um die Behaltensleistung zu erhöhen sowie Motivation und Aufmerksamkeit der Teilnehmenden zu schonen. Mein Kollege Markus Kopp hat zum Thema Visualisierungstechniken für alle Saarbrücker Deutschreferendare eine eigene Seminarsitzung angeboten. Seine Folienpräsentation habe ich später noch überarbeitet und erweitert und stelle sie hier zur Verfügung. Es wird folgenden Fragestellungen nachgegangen:

  • Welche unterschiedlichen Visualisierungstechniken gibt es?
  • Was leisten sie?
  • In welchen Verwendungskontexten kann welche Technik sinnvoll eingesetzt werden?

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Visualisieren

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Richtlinientexte im Fach Deutsch

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Es gibt Richtlinientexte, die jede Deutschlehrkraft kennen muss, aber nicht alle sind gleichermaßen gut zugänglich (z.B. über Bildungsserver). Es empfiehlt sich, gerade für Berufseinsteiger, die wichtigsten Texte in eine Cloud-Mediathek, z.B. Dropbox oder Google Drive hochzuladen, damit sie allen jederzeit (in digitaler Form) zugänglich sind. So kann ich nicht nur am Schreibtisch und unterwegs, sondern auch in Sitzungen, Konferenzen, Elternabenden etc. schnell darauf zugreifen und gegebenenfalls am Beamer zeigen.

Hier geht’s zu den saarländischen Lehrplänen und den bundeseinheitlichen Bildungsstandards im Fach Deutsch:

http://www.saarland.de/lehrplaene.htm

http://www.kmk.org/bildung-schule/qualitaetssicherung-in-schulen/bildungsstandards/ueberblick.html

http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_10_18-Bildungsstandards-Deutsch-Abi.pdf

Daneben sind für eine (angehende) Deutschlehrkraft folgende Texte nützlich:

Allgemeine Dienstordnung für Lehrer

Zeugnis- und Versetzungsordnung

Klassenarbeitenerlass

APA_Deutsch_Saarland

Die folgende Übersicht der Operatoren für das Fach Deutsch ist zwar kein offizieller Richtlinientext, aber durchaus nützlich für das Formulieren/ Finden von Lernzielen bzw. Impulsen/ Arbeitsaufträgen für den Unterricht:

Operatoren_fuer_das_Fach_Deutsch_Stand_Oktober_2012_ueberarbeitet

Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsplanung

schreibt

Verschiedene Ansätze

Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass es Anfängern im Lehrerberuf hilft, wenn man sie von der Illusion befreit, es gebe den „goldenen Weg“ der Vorbereitung und Stundenplanung. Es gibt unterschiedliche Planungsansätze und natürlich auch unterschiedliche Lehrertypen. Deshalb habe ich immer gerne folgende Einstiegs-„Meditation“ mit den Referendaren gemacht:

Wenn ich Unterricht vorbereite…

  • … dann lese ich zuerst in Fachbüchern und Schulbüchern und bereite mich fachlich vor.

Fach-Ansatz

  • … dann suche ich in Lehrerhandbüchern, Modellstunden, Kopiervorlagen, Stundenblättern, was ich gebrauchen kann.

Vorlagen-Ansatz

  • … dann gehe ich schematisch und strukturiert vor, so wie ich die Planung gelernt habe.

Struktur-Ansatz

  • … dann lege ich mich erst einmal auf die Couch und denke solange nach, bis mir was Gutes einfällt (manchmal schlaf ich auch darüber ein).

So-Bin-Ich-Eben-Ansatz

 

Anfänger vs. Experte

Generell geht bei der Unterrichtsvorbereitung darum, sich mit angemessenem Aufwand an Zeit, Material- und Energie

  • sachkompetent machen,
  • didaktisch passend reduzieren,
  • eine anspruchsvolle Stunde mit Struktur und (wahrscheinlichem) Ertrag konzipieren.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Anfängern und Experten:

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  • Die Vorbereitungspraxis des Experten ist ganzheitlich und aufgabenbezogen. Sie folgen nicht streng einer Entscheidungskette, sondern durchdenken die Situation blitzschnell ganzheitlich.
  • Experten verknüpfen einzelne Informationen schneller als Nichtexperten und sehen rasch eine mögliche Problemlösung.
  • Experten verlieren sich nicht in Details und benötigen deutlich weniger Informationen über die zu lösende Aufgabe als Anfänger.
  • Expertenwissen ist abstrakter als das Wissen von Nichtexperten. Experten sind in der Lage, die Struktur eines Problems sehr schnell zu erfassen, weil sie auf reiche Erfahrungen zurückgreifen können.
  • Experten können Sachwissen (zum Unterrichtsthema) und prozedurales Wissen (=Wissen über Formen und Verfahren des Unterrichtens) schnell und effektiv miteinander verknüpfen.

Einige (mögliche) Planungsstrategien:

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Generell ist zu sagen: Es geht (zumal am Beginn des Referendariats) nicht um die perfekte Planung, nicht darum ausgefeilte fachdidaktische Überlegungen anzustellen, und nicht darum, eine ideale Stunde zu halten, sondern darum,

  • (erste) Erfahrungen mit Planungsüberlegungen zu sammeln,
  • die Grobstruktur einer Stunde kennen zu lernen und zu gestalten,
  • sich ein Inventar fundamentaler Begriffe anzueignen,
  • die Kohärenz der Planungsaspekte zu erfahren,
  • individuelle Planungsstrategien zu erproben und unterschiedliche Vorgehensweisen zu vergleichen,
  • in der Umsetzung einer Phase das Agieren vor einer Klasse zu üben und zu reflektieren.

Hier noch einmal alle Folien als Powerpoint-Datei:

Unterrichtsvorbereitung_Unterrichtsplanung

Kompetenzorientierte Planungsraster für die Vorbereitung einer Unterrichtsreihe/ Unterrichtsstunde (einmal leer und einmal ausgefüllt) als Word-Datei zur individuellen Weiterverarbeitung:

Planungsraster_kompetenzorientiert

Einführung in die Lehrpläne des Faches Deutsch

Bildungsstandards

Die Bildungsstandards im Fach Deutsch (Beschluss der KMK vom 16. 12. 2004 ff) bilden den normativen Rahmen Normen zur Messung fachspezifischer Leistungen an definierten Zeitpunkten der Schullaufbahn. Sie formulieren die Fachleistungen als Kompetenzen und bieten Orientierung für länderspezifische Lehrpläne und die schulinterne Unterrichtsgestaltung und -entwicklung. Sie sind abschlussbezogen (GS, HSA, MBA, allg. Hochschulreife) und formulieren Regelstandards, d.h., im Gegensatz zu Mindest- oder Expertenstandards, benennen sie Leistungen, die ein Schüler in dieser Phase seine Schulkarriere „in der Regel“ erbringen kann.

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http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Deutsch

Kompetenzen

Kompetenzen werden nach Weinert (2001) definiert als „eine Disposition, die Personen befähigt, bestimmte Arten von Problemen erfolgreich zu lösen, also konkrete Anforderungssituationen eines bestimmten Typs zu bewältigen. Die individuelle Ausprägung der Kompetenz wird von den Aspekten Fähigkeit, Wissen, Verstehen, Können, Handeln, Erfahrung und Motivation bestimmt.“

Kompetenzen werden oft auch plakativ als Vernetzung von Wissen und Können beschrieben. Kompetenzen werden sukzessive über alle Klassenstufen hinweg aufgebaut und weiterentwickelt (kumulatives Lernen). Der Kompetenzaufbau ist etwas prinzipiell Unabgeschlossenes.

Kompetenzbereiche des Faches Deutsch

Das Fach Deutsch gliedert sich in 4 Kompetenzbereiche, die im Schulalltag möglichst integrativ behandelt werden sollten:

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Die saarländischen Lehrpläne

Die saarländischen Lehrpläne für das Fach Deutsch enthalten neben einem allgemeinen Vorwort (Beitrag des Faches Deutsch zu den Schul- und Bildungszielen) je ein kompetenzbereichsspezifisches Vorwort für die Klassenstufen 5-9, das die didaktischen Leitlinien des jeweiligen Kompetenzbereichs akzentuiert. Die eigentlichen Kompetenzbeschreibungen werden eingeleitet durch einen Leitgedanken zu jedem Kompetenzbereich. Die Darstellung der Kompetenzerwartungen erfolgt anschließend in tabellarischer Form im Spielstrichsystem, wobei in der linken Spalte jeweils die Kompetenzen aufgelistet sind und in der rechten Spalte dazu passende methodische Vorschläge und Hinweise zur Umsetzung im Unterricht gegeben werden (auch: Medien, Literatur…). Ein eigenes Nachwort (mit Hinweisen zur Aufgabenstellung, Leistungsüberprüfungen etc.) rundet jeden Kompetenzbereich ab.

In der folgenden Folienpräsentation von Markus Kopp werden am Beipiel des Doppeljahrgangs 5/6 die einzelnen Kompetenzbereiche im Lehrplan vorgestellt

  • Zentrale Begriffe aus dem Vorwort
  • Kompetenzerwartungen
  • Zentrale Begriffe aus dem Nachwort

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Kompetenzorientiert unterrichten

Schülerinnen und Schüler sind heute kompetenzorientiert und inklusiv zu unterrichten. Die Studienseminare stehen vor der Aufgabe, den Lehramtsanwärtern didaktische Konzepte zu vermitteln, um diese Forderungen im Unterrichtsalltag praktisch umzusetzen.

Die folgende Folienpräsentation versucht zunächst einmal, ein Problembewusstsein zu wecken, indem einer dreifachen Fragestellung nachgegangen wird:

  • Was sind überhaupt Kompetenzen?
  • Wie lassen sich Kompetenzen beschreiben (Kompetenzmodelle)?
  • Welche Konsequenzen hat Kompetenzorientierung für den Unterricht?

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Unterrichts- und Sozialformen

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Angesichts der ausufernden Terminologie in der didaktischen Literatur ist es hilfreich, den Referendaren ein paar nützliche Definitionen von Begriffen an die Hand geben, die beim Reden über Unterricht immer wieder auftauchen. Begriffe wie Unterrichtsmethoden, Unterrichtsformen, Sozialformen, Lehr- Lern- oder Aktionsformen, Artikulationsstufen oder -schemata tauchen in der Fachliteratur häufig auf und werden uneinheitlich verwendet.

Definitionsversuche

Folgenden Schematismus, den ich vom Studienseminar Koblenz übernommen habe, finde ich hilfreich um einen Überblick zu bekommen:

Unterrichtsformen:

Historisch gewachsene Großformen, mit denen der Lehr-Lern-Prozess gestaltet wird.

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Kleinformen, mit denen der Lehr-Lern-Prozess gestaltet wird.

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Sozialformen

Soziale Bezüge, welche die  die Beziehungs- und Kommunikationsstruktur des Unterrichts regeln. Sie zeigen sich äußerlich oft  in der Sitzordnung und der Gesprächsstruktur.

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Frontal- und Gruppenunterricht

Die Folienpräsentation zu dieser Einheit enthält in ihrem zweiten Teil eine Charakteristik des Frontal- und Gruppenunterrichts mit Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile:

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Standardsituationen und Lehrerhandwerk

Für diese Einheit habe ich mich recht skrupellos auf der (sehr gut gemachten) Homepage des Sudienseminars Koblenz http://www.studienseminar-koblenz.de bedient und viele Ideen, Grafiken und Folien übernommen. Ich hoffe, diese „Zweitverwertung“ ist in Ordnung.

Grundauffassung des Lehrerberufs

Was mir gut gefallen hat, ist die vermittelte Grundauffassung, dass man zum Lehrer nicht „geboren sein“ muss, sondern dass es sich zu 90% um eine Handwerk handelt, das erlernbar ist. Ich habe beobachtet, dass die Übermittlung dieser Grunderkenntnis bei vielen Referendaren zur Beruhigung der Nerven beigetragen und Ängste gemindert hat

Der Begriff Standardsituation

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  • Standardsituationen sind unterrichtliche Situationen im Fachunterricht.
  • Sie kommen regelmäßig und fast in jeder Unterrichtsstunde vor.
  • Der Unterricht besteht zu 90% aus Standardsituationen.
  • Die Bewältigung von Standardsituationen ist überwiegend Handwerk.
  • Standardsituationen sind im Beruf die Pflicht, nicht die Kür.
  • Aber Unterricht ist nicht die Summe von Standardsituationen, ein komplexes Ganzes.

Unterricht als Abfolge von Standardsituationen

Unterricht lässt sich beschreiben als zeitliche Abfolge von (sich teilweise überlappenden) Standardsituationen.

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Professionalisierung im Lehrerhandwerk bedeutet, die wesentlichen Standardsituationen zu kennen und aus den dazu gehörigen Handlungsoptionen diejenige auszuwählen, die der jeweiligen Lerngruppe und Unterrichtssituation gerecht wird.

Der Handwerkskasten des Lehrers

Standardsituationen und Handlungsoptionen zusammengenommen bilden den Lehrerhandwerkskasten, aus dem situativ das passende Werkzeug ausgewählt weren muss:

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Überblick und Erläuterung der unterrichtlichen Standardsituationen:

http://studienseminar-koblenz.de/bildungswissenschaften/standardsituationen.htm

Meine Folienpräsentation dazu mit vielen Beispielen:

Standardsituationen_Lehrerhandwerk